Streikaufruf

GEW ruft zum Streik am 13.2. auf

GEW-Stadtverbandsvorsitzender Ulrich Thoden verweist auf den akuten Lehrermangel und fordert die Landesregierung auf, den Lehrerberuf u.a. durch eine bessere tarifliche Eingruppierung attraktiver zu machen.
Streikaufruf

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ruft für Mittwoch, den 13.2. in
Münster zum Streik auf, da die Arbeitgeber in der seit Dezember laufenden
Verhandlungsrunde noch immer kein Angebot auf den Tisch gelegt haben.
Sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 200 Euro für die rund eine Millionen
Angestellten des öffentlichen Dienstes: Die Einkommen der im Sozial- und
Erziehungsdienst (SuE) der Länder Beschäftigten sollen an den Verdienst der SuE-
Kolleginnen und Kollegen bei den Kommunen angeglichen werden, die bereits 2015
erhebliche Verbesserungen erreichen konnten. Außerdem verlangt die Gewerkschaft
Erziehung und Wissenschaft (GEW) Verbesserungen bei der Eingruppierung
angestellter Lehrkräfte – und damit mehr Geld.
Der GEW-Stadtverbandsvorsitzende Ulrich Thoden fordert mit Verweis auf den akuten
Lehrkräftemangel auf, mit der GEW über eine bessere tarifliche Eingruppierung
angestellter Lehrkräfte zu verhandeln, um den Beruf attraktiver zu machen: „Die
sogenannte Paralleltabelle muss endlich kommen. Mit dieser soll sichergestellt werden,
dass beispielsweise Angestellte in der Entgeltgruppe (E) 11 künftig in E12 eingeordnet
werden – so wie vergleichbare verbeamtete Lehrkräfte A12 erhalten. Es ist
ausgesprochen ärgerlich, dass sich die Arbeitgeber trotz gut gefüllter Kassen nicht
bewegen. Wir werden jetzt Druck machen!“ An deutschen Schulen arbeiten rund
200.000 angestellte Lehrerinnen und Lehrer.
„Die Einkommen der Beschäftigten müssen aufgrund der anziehenden
Lebenshaltungskosten und der wirtschaftlichen Entwicklung kräftig erhöht werden,
damit auch bei den Reallöhnen ein Plus herauskommt“, so GEW-Geschäftsführer
Carsten Peters weiter. Die Länder nehmen Jahr für Jahr mehr Steuern ein, nun
müssten die Beschäftigten, die mit ihrer Arbeit die Voraussetzungen dafür geschaffen
hätten, an dieser Entwicklung beteiligt werden. „Zudem wollen wir mit dieser Forderung
den Abstand zu der Gehaltsentwicklung in der Privatwirtschaft verkürzen.“
Die Bundesländer erzielten im ersten Halbjahr 2018 einen Überschuss von 13,1
Milliarden Euro gegenüber 8,1 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2017 und 12,1
Milliarden Euro im gesamten vergangenen Jahr. Zudem ergab die Steuerschätzung
vom Oktober 2018, dass die Steuereinnahmen für Bund, Länder und Gemeinden
gegenüber der Schätzung vom Mai 2018 insgesamt nochmals leicht ansteigen – im
Durchschnitt um jährlich rund vier Prozent. Die Steuereinnahmen der Länder sollen
dabei in diesem Jahr um 4,4 Prozent, im nächsten Jahr um 2,7 Prozent und 2020 sogar
um fast sechs Prozent steigen.

Die GEW will in der Tarifrunde zudem durchsetzen, dass Befristungen im öffentlichen
Dienst endlich wirksam eingedämmt werden. Einschlägige Berufserfahrung soll auch

bei Arbeitgeberwechsel und nach Befristungen in vollem Umfang anerkannt werden.
Auch an den Hochschulen müssen alle Beschäftigtengruppen in den Geltungsbereich
des Tarif- und Eingruppierungsrechts einbezogen werden.
Zum Ablauf in Münster: Ab 9 Uhr lädt die GEW ins Streiklokal CUBA
(Achtermannstraße 10-12). Hier wird es zunächst ein Frühstück geben sowie erste
Redebeiträge und musikalische Unterstützung durch das Duo „Cuppatea“. Ab 11
Uhr brechen die Streikenden zu einem Demonstrationsumzug durch die
Innenstadt auf. Ab etwa 11.45 Uhr findet vor dem Rathaus die
Abschlusskundgebung statt. Hauptredner ist der stellvertretende GEW-
Landesvorsitzende Sebastian Krebs.