Schüler*innenbewegung „Fridays for Future“

Aktiver Klimaschutz ist auch gelebte Schulkultur

Der GEW-Stadtverbandsvorsitzende Ulrich Thoden ist sehr beeindruckt von dem entschlossenen Engagement der Schüler*innen und sieht dieses als ein Teil des praktischen Erlernens von demokratischer Teilhabe. Er begrüßt es, wenn Lehrkräfte und Schulleitung gelebte Schulkultur fördern, und fordert die Landesregierung auf, Schulen stärker bei ihrem Einsatz für Nachhaltigkeit zu unterstützen.
Schüler*innenbewegung „Fridays for Future“

Foto: A-Windmüller/pixelio.de

Unter dem Motto „Fridays for Future“ ist eine weltweit agierende Bewegung von Schüler*innen und Studierenden entstanden, die mit wöchentlichen Demonstrationen und Protestaktionen während der Unterrichtszeit auf die dramatischen Folgen der Klimakrise aufmerksam machen und die Politik zum Handeln aufrütteln will. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt, dass junge Menschen sich Gedanken um ihre Zukunft machen und sich mit phantasievollen Aktionen engagieren.

„Es ist schon beeindruckend, mit welcher Entschlossenheit die Schüler*innen für ihre Überzeugung einstehen. Respekt für ihr politisches Engagement, das ist aktives Erlernen und praktische Einübung in demokratischer Teilhabe. Androhungen von Sanktionen bei Verletzung der Schulpflicht, wie der Eintrag von unentschuldigten Fehlstunden ins Zeugnis, halten wir nicht für den richtigen Weg. Wir begrüßen, wenn Schulleitungen und Lehrkräfte verantwortungsvoll mit den Protestbedürfnissen der Schüler*innen umgehen und mit Projektunterricht, außerschulischem Lernen und Demokratiebildung die aktuellen Themen behandeln, das ist gelebte Schulkultur“, so der GEW-Stadtverbandsvorsitzende Ulrich Thoden. Zur Demokratiebildung gehöre auch, Mittel, Wege und Grenzen des demokratischen Protestes zu diskutieren.

Thoden sieht auch weitere konkrete Möglichkeiten, pädagogisch zu handeln: „Auch das vom Schulministerium unterstützte UNESCO-Weltaktionsprogramm „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) bietet die Chance, Kinder und Jugendliche besser an den gesellschaftlichen Zukunftsfragen zu beteiligen und sie mitgestalten zu lassen.“ Zu bemängeln sei aber, so Thoden, dass derzeit die Schulen weder personell noch materiell ausreichend unterstützt würden, „um dieses Bildungsziel, das für ein zentrales gesellschaftliches Zukunftsthema steht, auch ganzheitlich umzusetzen“.

„Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“

Das NRW-Ministerium für Schule und Bildung (MSB) unterstützt die Schulen in NRW gemeinsam mit anderen zuständigen Ministerien. Wesentliches Instrument ist die Kampagne "Schule der Zukunft - Bildung für Nachhaltigkeit". Die von mehreren Ministerien gemeinsam getragene BNE-Agentur bündelt und koordiniert die Aktivitäten des Landes.