GEW zum Tarifabschluss:

Im Schnitt 7,5 Prozent über 30 Monate

Ulrich Thoden und Carsten Peters freuen sich grundsetzlich über den Tarifabschluss, da unter anderem das Lohndumping für Berufseinsteiger beendet werden konnte, die Gewerkschaften mit der Forderung nach einer sozialen Komponente erfolgreich waren und die mittleren und höheren Entgeltgruppen auch Zuwächse erreichten. Es gäbe jedoch auch nicht erfüllte Forderungen
GEW zum Tarifabschluss:

Foto: pixabay

„Wir hätten uns eine kürzere Laufzeit gewünscht, aber das ist unter dem Strich die höchste Steigerung seit Jahren und ein richtig gutes Ergebnis“, so Ulrich Thoden, Stadtverbandsvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Gewerkschaften und Arbeitgeber verständigten sich auf einen komplexen Abschluss, von dem Berufseinsteiger in der Entgeltstufe 1 besonders stark profitieren. Ihre Gehälter steigen um bis zu 12 Prozent. „Das Lohndumping für Berufseinsteiger haben wir damit beendet und den öffentlichen Dienst attraktiver gemacht“, erläutert Thoden. „Auch mit ihrer Forderung nach einer sozialen Komponente setzten sich die Gewerkschaften durch und erreichten gleichzeitig bei den mittleren und höheren Entgeltgruppen Zuwächse. Die Entgelte für den Sozial- und Erziehungsdienst steigen durchgängig um mindestens 7,3 Prozent“, so GEW-Geschäftsführer Carsten Peters. Zusätzlich gibt es rückwirkend zum 1. März 2018 für die Entgeltgruppen E 1 bis E 6 eine Einmalzahlung in Höhe von 250,- Euro. Positiv ist zudem, dass die Jahressonderzahlung für die Beschäftigten im Tarifgebiet Ost nun endlich an das Westniveau angeglichen wird. Sie wird schrittweise ab 2019 über vier Jahre erhöht, so dass es ab dem Jahr 2022 eine einheitliche Jahressonderzahlung in allen Bundesländern geben wird. Die Auszubildenden in Erziehungsberufen nach dem PiA-Modell (Praxisintegrierte Ausbildung) werden in den Geltungsbereich der Tarifverträge aufgenommen. Die Regelungen zur Altersteilzeit werden fortgeschrieben. Das bedeutet, dass ein Rechtsanspruch der Beschäftigten auf Altersteilzeit im Rahmen der bestehenden Quote erhalten bleibt. Nicht durchsetzen konnten sich die Gewerkschaften mit ihrer Forderung, im Tarifvertrag eine Option für die Vereinbarung eines kostenlosen Nahverkehrstickets für Beschäftigte zu schaffen. Diese ökologische Komponente lehnten die Arbeitgeber strikt ab, doch die Forderung bleibt auf der Agenda der GEW.