GEW NRW ruft zum Warnstreik in Münster auf

Kitabeschäftigte machen Druck für berechtigte Tarifforderungen

GEW fordert eine Erhöhung der Tabellenentgelte um sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro. Arbeitgeber*innen haben kein hingegen kein konkretes Angebot vorgelegt und somit weitere Streiks provoziert
GEW NRW ruft zum Warnstreik in Münster auf

Nach dem ergebnislos verlaufenen zweiten Verhandlungstag in der aktuellen TVöD-Tarifrunde setzen die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes ihre Warnstreiks fort. Die GEW NRW hat ihre tarifbeschäftigten Mitglieder in den Kindertageseinrichtungen der Stadt Münster zu einem Warnstreik am Dienstag, den 20. März 2018, aufgerufen: "Die öffentlichen Arbeitgeber*innen haben es nicht für nötig befunden, ein konkretes Angebot vorzulegen und damit weitere Streikmaßnahmen der Beschäftigten provoziert. Unsere Forderungen liegen auf dem Verhandlungstisch. Der Bund und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände müssen sich bewegen", so der GEW-Stadtverbandsvorsitzende Ulrich Thoden.

Die GEW fordert in der Tarifrunde 2018 eine Erhöhung der Tabellenentgelte um sechs Prozent, mindestens aber 200,- Euro und die Erhöhung der Entgelte für Praktikant*innen sowie Auszubildenden um 100,- Euro monatlich. Die Laufzeit der Tariferhöhung soll zwölf Monate umfassen.

Thoden warb bei den Eltern um Verständnis für den Warnstreik: "Der Streik richtet sich nicht gegen Eltern und ihre Kinder. Es geht um eine angemessene Lohnerhöhung in den Kitas und für den gesamten öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen. Sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200,- Euro -- das klingt viel, ist aber notwendig, um die pädagogische Arbeit angemessen zu bezahlen, gerade vor dem Hintergrund des großen Fachkräftemangels in den öffentlichen Kitas." Nur durch gute Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung könnten junge, motivierte Menschen für die Sozial- und Erziehungsberufe gewonnen werden.

Die mangelnde Attraktivität habe auch damit zu tun, dass die Bezahlung hinter der Tarifentwicklung der Gesamtwirtschaft zurückbleibt. "Die Reallöhne müssen für alle Beschäftigten kräftig steigen. Wann, wenn nicht jetzt: Die öffentliche Hand hat im vergangengen Jahr einen Rekordüberschuss von 38,4 Milliarden Euro eingefahren. Dafür haben die Beschäftigten mit ihrer Arbeit die Voraussetzungen geschaffen, nun müssen sie an dieser Entwicklung beteiligt werden", erklärte GEW-Geschäftsführer Carsten Peters und betonte, dass "die Gehälter im öffentlichen Dienst seit 2000 weniger stark gestiegen sind als in der Gesamtwirtschaft. Die Lücke beträgt rund vier Prozent und muss schrittweise geschlossen werden". Steigende Reallöhne seien wichtig, um die Binnenkonjunktur weiter anzukurbeln.

Die Beschäftigten in den Kitas werden jetzt, so die Gewerkschafter, ein deutliches Zeichen setzen. Wie so oft seien die Arbeitgeber*innen, Bund und Kommunen, ohne Druck nicht bereit, ein vernünftiges Angebot  vorzulegen. Thoden abschließend: "Wenn die Arbeitgeber*innen erklären, trotz brummender Wirtschaft und Rekord-Steuereinnahmen seien die Forderungen der Beschäftigten nicht bezahlbar, müssen wir das richtigstellen und entschlossen handeln."

Die Beschäftigten treffen sich am Dienstag um 10 Uhr auf dem Schlossplatz. Von dort beginnt ab 10.30 Uhr ein Demonstrationszug durch die Stadt. Um 11.15 Uhr findet vor dem Rathaus am Prinzipalmarkt die Abschlusskundgebung statt.