Tarifabschluss: Im Schnitt rund 7,5 Prozent mehr

Tarifparteien einigen sich in der Tarifrunde 2018 in der Nacht zum 18. April

Drei lange Verhandlungstage waren nötig. Bis zuletzt hatten die Arbeitgeber*innen die Forderungen der Gewerkschaften zurückgewiesen. Am Ende verständigten sich die Tarifparteien auf neue Tabellen. Im Durchschnitt bedeutet das rund 7,5 Prozent mehr Gehalt.

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Das zentrale Thema der Tarifrunde war die Forderung, dass die Gehälter im öffentlichen Dienst in Zeiten von Wirtschaftswachstum, Fachkräftemangel und Rekordsteuereinnahmen deutlicher steigen sollen als in den Jahren zuvor. Das ist im Kern gelungen.

Höchste Gehaltssteigerung seit Jahren

„Im Schnitt werden die Kolleginnen und Kollegen rund 7,5 Prozent mehr Gehalt in der Tasche haben, bei einer Laufzeit von 30 Monaten des Tarifvertrages. Zugleich haben die Gewerkschaften einen Mindestbetrag von 178 Euro durchgesetzt“, sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe nach Abschluss der Verhandlungen am Mittwoch in Potsdam. „Mit dem Abschluss wird der öffentliche Dienst gestärkt und attraktiver. Es ist gelungen die Funktions- und Konkurrenzfähigkeit zu verbessern“, sagte Marlis Tepe.

Auch GEW-Tarifexperte Daniel Merbitz kommentierte das Verhandlungsergebnis in Potsdam: „Wir hätten uns eine kürzere Laufzeit gewünscht, aber das ist unter dem Strich die höchste Steigerung seit Jahren und ein richtig gutes Ergebnis“.

Alle Beschäftigten profitieren von Tarifergebnis

Damit alle Beschäftigten in einem ausgewogenen Verhältnis von der Tariferhöhung profitieren, haben sich die Gewerkschaften mit den Arbeitgeber*innen darauf geeinigt, in dieser Runde alle Tabellenwerte einzeln anzuheben.

Die Erhöhungen folgen dabei drei Leitprinzipien:

  • Berufseinsteiger*innen und damit insbesondere junge Menschen erhalten höhere Gehälter (Stufe 1 aller Entgeltgruppen wird überproportional angehoben).
  • Beschäftige in sozialen, technischen und IT-Brerufen, in denen das Gefälle zur Wirtschaft besonders groß ist, werden besser bezahlt.
  • Zugleich machen die Kolleg*innen mit den unteren und mittleren Gehältern einen Sprung, weil sie einen Mindestbetrag erhalten.

Erhöhung der Jahressonderzahlung in vier Schritten

Auch bei der Jahressonderzahlung gab es einen Erfolg. Diese werden für die Beschäftigten in den östlichen Bundesländern schrittweise auf das Westniveau angehoben. „30 Jahre nach der deutschen Einheit wird damit endlich eine unfaire Benachteiligung der Beschäftigen in Ostdeutschland beendet“, kommentierte Marlis Tepe das Verhandlungsergebnis.

Wie zuvor beim Bund und im Tarifvertrag der Länder (TV-L) wird die Jahressonderzahlung in vier Schritten über den Zeitraum von vier Jahren angehoben, bis sie 2022 vollständig an das Westniveau angeglichen ist. Der erste Schritt erfolgt 2019 mit einer Anhebung auf 82 Prozent des Westniveaus, 2020 auf 88 Prozent, 2021 auf 94 Prozent und 2022 schließlich 100 Prozent.

Der Tarifabschluss zusammengefasst

  • Insgesamt 7,5 Prozent bei 30 Monaten Vertragslaufzeit.
  • Mindestens 7,3 Prozent mehr für den Sozial- und Erziehungsdienst.
  • Bis zu 12 Prozent mehr für Einsteigerinnen und Einsteiger (Stufe 1 aller Entgeltgruppen).
  • Deutliche Steigerung für die Entgeltgruppen EG 9 bis EG 13.
  • Rückwirkend zum 1. März 2018: Im Schnitt 3,19 Prozent mehr.
  • Ab 1. April 2019: Im Schnitt 3,09 Prozent mehr.
  • Ab 1. März 2020: Im Schnitt 1,06 Prozent mehr.
  • Zusätzlich gibt es zum 1. März 2018 für die Entgeltgruppen E 1 bis E 6 eine Einmalzahlung in Höhe von 250,- Euro.
  • Angleichung der Jahressonderzahlung Ost in vier Schritten.
  • Zusage für Verhandlungen zur Eingruppierung kommunaler Lehrkräfte.